Früh habe ich mich sowohl für Medizin als auch für Achtsamkeitspraxis, buddhistische Philosophie, Psychologie und Ethik des Buddhismus interessiert. Statt eine zunehmend gerätegestützte Schulmedizin zu studieren, machte ich eine Ausbildung zur handgestützten Physiotherapeutin an der Schule Friedrichsheim der Orthopädischen Uniklinik in Frankfurt am Main (Staatsexamen in 2004), wo ich heute lebe und arbeite.

Mit 20 Jahren kam ich erstmals durch meinen Vater, auch Arzt, mit der tibetischen Medizin in Berührung und entschied mich zum Studium der tibetischen Sprache in Darjeeling (Ostindien), wodurch ich mit der Kultur Tibets in Kontakt kam. Drei Mal verbrachte ich einige Monate zum Studium in Frankreich und in Pharping/Nepal an einem tibetischen Studiums-kolleg. Die hauptsächlichen Erfahrungen mit Meditation machte ich in einem Dreijahresretreat (Klausur), das Studium, Praxis und Integration in alltägliche Aktivität zusammenbrachte. Dies ermöglichte mir, der Tiefe der Auswirkungen von konzentrativer und analytischer Meditationspraxis zu vertrauen und mit in meinen Alltag zu nehmen, der als Mutter und Selbstständige reich gefüllt ist mit Herausforderungen. Dieses Vertrauen und diese Zuversicht in die Wirkkraft der eigenen Praxis wünsche ich zu inspirieren bzw. zu re-inspirieren. Es gibt viele innere Stressgewohnheiten, die wir mit Übung erstmals erkennen und freundlich annehmen können d.h. nicht, dass wir sie gutheißen, aber dass wir uns ihnen freundlich zuwenden lernen statt ab und mit Geduld begegnen können: langsam ein neues neuronales Muster aufbauen. Und manchmal lernen wir, wie unfreundlich wir eigentlich zu uns selbst sind. Ich kann darüber ein Buch schreiben! :-)

Diesen nicht immer leichten Weg trotz einfacher Mittel begleite ich sehr gerne als MBSR-Lehrerin, achtsamkeitsbasierte Physiotherapeutin und besonders als Mensch als Beitrag zu meinem Dienst an unserer Gesellschaft und ihren Herausforderungen. Dieser Weg ersetzt in Bezug auf Stress natürlich nicht andere Wirkmaßnahmen wie Bewegung, Sport, Psychotherapie, Coaching, Entspannung, Kuren wenn nötig etc. Diese zusätzlichen Erfahrungen können im Kurs vielfältig geteilt werden. 

Die Möglichkeit die rein säkuläre Achtsamkeitspraxis und Medizin zusammen zu bringen fand ich bei Prof. Dr. Jon Kabat-Zinns entwickeltem MBSR-Programm. Die Ausbildung zur MBSR-Kursleiterin fand am Institut für Achtsamkeit und Stressbewältigung statt.

Heute bin ich mit dem Geschäftsführer des Kulturinstituts Tibethaus Deutschland in Frankfurt Puntsok Tsering aus Lhasa/Tibet verheiratet, der auch als tibetischer Kalligraph und Künstler tätig ist. Zusammen erfreuen wir uns an unseren zwei gemeinsamen Söhnen und leben in Frankfurt.

 

MBSR: Ich bin ab Oktober 2018 wieder als MBSR-Lehrerin tätig, die Physiotherapiepraxis pausiert noch etwas länger. Gerne bei Interesse vormerken lassen.